Hat er wirklich Angst vor seinen Gefühlen?

heimliche Liebe Geliebte Affäre

Wer in einer unsicheren Beziehung lebt, kennt das: Ihr kommt euch immer wieder sehr, sehr nah. Es scheint, als würde die Welt um euch herum versinken; als befändet ihr euch in einer Oase, in der es nur eure Verschmelzung gibt. Alles, was du dir je gewünscht hast, fühlst du in diesen Momenten. Vielleicht sagt er dir sogar, dass er dich liebt; vielleicht sagt er es nicht, aber du fühlst das. Und dann zieht er sich an und geht nach Hause zu seiner Frau. Oder in sein Leben, ohne Frau. Aber in ein Leben, in dem du
nicht vorkommst.

Diese Unterbrechungen sind immer sehr schmerzhaft, weil sie so hermetisch sind: mit nichts in der Welt kannst du ihn aufhalten oder sein Herz noch erreichen.

Es kommt noch schlimmer: man hat nämlich zunehmend den Eindruck, als würde er sich um so vehementer zurückziehen, je schöner es war. Es sieht so aus, als ob er liebt und dann, wenn es besonders innig war oder beginnen müsste, mehr zu werden, macht er besonders lange Pausen. Immer wieder riskiert er, die Beziehung zu dir tödlich zu verletzen, obwohl du das Gefühl hast, dass er an dir hängt.

Wenn man immer wieder auf diese Weise verlassen wird, denkt man viel nach. Wie passt dieses Verhalten zusammen: erst so nah und dann zieht er sich so vehement zurück, dass du völlig den inneren Kontakt zu ihm verlierst? Als gäbe es ihn eigentlich nicht. Wie kann man diese losen Enden zusammen bringen?
Sein Verhalten kann tatsächlich fast so aussehen, als habe er Angst vor seinen Gefühlen.. Aber stimmt das?

Er hat tatsächlich Angst vor Gefühlen, aber an einer ganz anderen Stelle.

Die Angst hat er, aber nicht erst da, wo er liebt und dann einen Schock bekommt, wenn er es merkt. Diese Angst vor seinen Gefühlen sitzt ganz woanders. Er ist mit seiner Eigenwahrnehmung nicht bei sich. Er nimmt sich selbst nicht richtig wahr. Die Aufmerksamkeit ist nicht bei ihm selbst, im Innen. Darin drückt sich eine Form von Angst vor seinen Gefühlen aus. Wer selbst sich nicht wahrnehmen kann,
verdrängt.
Und das war schon so, lange schon bevor er dich kennen gelernt hat. Dass er sich nicht richtig fühlt, spürt jede Frau früher oder später in der Affäre. Zwar sieht es so aus, als ob das Zusammensein mit der Frau ihn ins Fühlen bringt. Aber es ist nicht genug, um Veränderung zu bewirken.

Wenn wir mit der Wahrnehmung im Außen unterwegs sind, oder in Gedanken verloren, sind wir nicht wirklich da. Dann sind wir nicht präsent. Wir kriegen die Feinheiten in unserem Inneren nicht mit.

Wenn es uns selbst passiert, merken wir das nicht, wir kriegen’s ja nicht mit, aber: wir kennen das von anderen.

Ein Beispiel: wenn du Erfahrungen mit toxischen Menschen in deinem Leben gemacht hast, dann kennst du dieses Phänomen: er verletzt dich. Du reagierst darauf und wirst dann dafür angeklagt, dass du reagiert hast, oder einen Vorwurf gemacht hast. Du hast es dann mit Leuten zu tun, die sich benehmen, wie die Axt im Walde und dann streiten sie alles ab. Oder interpretieren das alles kurzerhand um, und du bist es schuld, weil du es einfach nicht verstehst. Das meine ich. Das kann sowas sein wie: jemand macht sich in fieser Weise über dich lustig. Du reagierst verletzt und anstatt dass sich der andere dafür entschuldigt oder entsetzt darüber ist, dass er so unsensibel war, wirst du jetzt der Humorlosigkeit angeklagt. Oder du kriegst sowas zu hören wie: „Du verurteilst mich! Ich hab mich gar nicht über dich lustig gemacht..“ Dabei weißt du genau, was der andere gemacht hat. Aber du hast keine Chance darauf, dass er die Verantwortung dafür übernimmt.

Leider schließt sich das aus: wenn sich jemand so benimmt, wird er es nicht verstehen, wenn du es ihm sagst. Würde er es wirklich verstehen, dann könnte er sich so nicht benehmen. Das ist fast immer das Problem, wenn man verletzt wird.

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Die Eigenwahrnehmung dieses Menschen ist also so schlecht, dass er sich in seinem Verhalten nicht richtig mitgekriegt hat. Dann kann er sich entweder schlecht daran erinnern, so dass er sein Verhalten leicht uminterpretieren kann. Oder kann sich tatsächlich überhaupt nicht mehr daran erinnern. Oder ab Vorwurf verteidigt er sich mit einer Lüge „Hab ich nicht gemacht, hab ich nicht gesagt, hab ich so nie gemeint.“ Ab da wird er sich nur noch an seine verdrehte Version der Situation erinnern. In solchen Situationen kann man einen Mangel an Eigenwahrnehmung in Reinform sehen. Sie wissen nicht, was sie gedacht, gesagt geschweige denn gefühlt haben. Oder was sie gemacht haben. Und das ist per Definition Verdrängen. Man weiß schlichtweg nichts davon, selbst wenn alle anderen es merken.


Wenn sie sehr wache Menschen um sich herum haben, oder Menschen, die einem sehr nah kommen, dann fällt das auf, weswegen Verdränger immer einen Bogen um jeden machen, der sie signifikant besser wahrnimmt, als sie sich selbst. Ja, da haben sie Angst vor ihren Gefühlen. Sie wollen damit nichts zu tun haben. Jedenfalls nichts mit dem, was sie wirklich fühlen. Sie stellen sich nicht: nicht ihren Ängsten, nicht ihren Schuld-und Minderwertigkeitsgefühlen und schon gar nicht ihrem unverarbeiteten Schmerz. Deswegen fühlt er auch nicht, wenn er dich verletzt. Denn er hat seinen verdrängt. Er fühlt vielleicht manchmal etwas, vielleicht schonmal starke Emotionen, die er dann versucht, loszuwerden. Was aber komplett fehlt, sind die Feinheiten.
Deswegen addiert es sich zunehmend zu starken Emotionen auf. Manche Menschen werden davon ab und an überschwemmt und überwältigt. Andere fühlen auch das nicht.

Verdrängung und Projektion

Wie bringt er es übers Herz, dein so Wohl aufs Spiel zu setzen?
Das kann nur jemand, wie wir gesehen haben, der sich selbst nicht fühlt und infolge nicht fühlen kann, was er dir antut. In diesen Momenten überträgt er auf dich: das was er verdrängt, projiziert er auf dich. Der schwere Liebeskummer, den du nach den Kontakten mit ihm erleidest, besteht zu einem erheblichen Teil aus seinen verdrängten Inhalten. Es ist sein Schmerz. Du fühlst, was er verdrängt. Und dafür braucht er dich.

Dass er Angst vor seinen Gefühlen hat, kannst du genau in den Momenten merken. Er fühlt nicht, was er tut: er nimmt in Kauf, dir das Herz zu brechen, er setzt deine Würde und deine Selbstachtung aufs Spiel. Er übernimmt also kaum oder gar keine Verantwortung dafür, was er dir antut. Das spürt er nicht. Du kannst dich also überhaupt nicht auf ihn verlassen, als jemanden, der dein Wohl im Sinn hat, der dich respektiert oder auch als jemanden, der dich beschützt. Dabei ist das ist doch das erste, was wir tun, wenn wir jemanden lieben: wir beschützen! Wir wollen Unheil vom anderen abwenden.

Du hast es aber gerade mit jemandem zu tun, dem das egal ist. Das passiert, wenn man sich auf jemanden einlässt, der uns mit schönen Worten oder mit einem schönen Abend ein paar schöne Gefühle verpasst und dann keinerlei Gewähr übernimmt. Er wird dir keine Sicherheit geben – die Sicherheit, die du brauchst, wenn du beginnst, dich auf jemanden einzulassen.
Die meisten Männer wissen das. Sie wissen genau, wann sie einer Frau emotionale Sicherheit vorgaukeln – in schönen, einvernehmlichen Gesprächen, bei schönem Sex – und sie wissen genau, dass sie die Verantwortung nicht übernehmen werden.

Was braucht es dafür, dass ein Mann verlässlich und fürsorglich ist?

Gewissensbildung, die Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme und Mitgefühl fußen allesamt auf der Fähigkeit sich selbst wahrzunehmen und zu spüren. Nur von dort kann das alles kommen. Warum halten wir uns an die Vorgaben unseres Gewissens? Weil wir spüren, dass es richtig ist, was es uns sagt, und weil wir Verstöße fürchten, denn …. also mein Gewissen würde mir das Leben zur Hölle machen, wenn ich jemanden quälen und mobben würde, um mich wohler zu fühlen oder um einen besseren Posten im Job zu bekommen. Und ich würde fühlen, was ich jemand anderem antäte. Wenn man fühlt, ist das so, als ob es einem selbst passiert.

Das sind alles Dinge, die man spürt, aber eben nur wenn man auch wirklich wahrnimmt, was man spürt. Fehlt das, kann man über Leichen gehen; was viele Narzissten, Fremdgänger und auch Männer in Affären auch tun.
Für Verlässlichkeit und Fürsorglichkeit braucht es Sensibilität: das Wahrnehmen der eigenen Gedanken und Gefühle. Nur dann bildet sich ein Wertesystem und ein differenziertes Gewissen, was ein rücksichtsloses Benehmen, wie das in Affären, nicht zulassen würde.

Wenn du in einer Affäre bist, die sehr viel emotionalen Schmerz mit sich bringt, dann kannst du sicher sein, dass viel von der Einsamkeit, die du fühlst, der Schmerz, die endlose Traurigkeit, die nagenden Zweifel an deiner Liebenswertigkeit und an deiner eigenen Beziehungsfähigkeit, sowie die schwindende Selbstachtung, eher seine und nicht deine Gefühle sind. Hier kannst du sehen, dass er Angst vor seinen Gefühlen hat: er überträgt auf dich. Du fühlst für ihn, was er nicht fühlen will oder kann. Wer also kaum über Eigenwahrnehmung verfügt, hat wenig bis gar kein Gewissen und merkt auch nicht, dass er die verdrängten Inhalte jemand anderem aufbürdet.

Natürlich stellt das auch die Grundlage für Beziehungs- oder Bindungsunfähigkeit dar. Manche nennen es auch Bindungsangst.
In einer Beziehung läuft man als erstes sich selbst über den Weg. Das ist etwas, was solche Menschen fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. In einer Beziehung mit einem sensiblen Menschen muss ein Mensch, der sich selbst nicht wahrnimmt damit rechnen, dass er wahrgenommen wird.
Dann kann eine Projektion auch abprallen und der Mensch, der verdrängt und versucht das Verdrängte loszuwerden, kommt dann in Kontakt, mit den Inhalten, die er nicht fühlen will.
Wird man von jemandem anderen wahrgenommen, hat das denselben Effekt, wie wenn man sich selbst wahrnimmt. Man wird auf sich selbst zurückgeworfen und beginnt, sich selbst zu fühlen. Wer das nicht will, geht laufen..

Also: ja, er hat Angst vor seinen Gefühlen, sonst könnte er sich so nicht benehmen
und anderen soviel Schmerz bereiten. Aber es drückt sich nicht primär darin aus, dass er eigentlich wirklich und wahrhaftig liebt und dann abhaut und dann wieder liebt und dann wieder abhaut. Er hat das von vorne herein klar: er will nicht verbindlich werden. Er kann es nicht und seine „Liebe“ oder Zuwendung sind frei von jeglicher Verbindlichkeit. Was ist diese Liebe dann wert? Ist Liebe ohne Verantwortungsübernahme überhaupt Liebe oder vielleicht nur euphorisierendes Gefühlskino?

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Das Märchen von: er hat nur Angst vor seinen Gefühlen

Gerne beruhigen wir uns damit, dass er nur Angst vor seinen Gefühlen hat. Aber „nur“ bedeutet, dass es nicht so schlimm ist. Oder aber in jedem Falle behebbar. Warum erzählen wir uns das?
Weil wir in diesem Stadium der Affäre Angst davor haben, Schluss zu machen. Wenn wir schon zu tief drin hängen und dauer-emotionalisiert sind, können wir nicht mehr klar sehen, bzw. haben unheimliche Angst davor, die Dinge so zu sehen, wie sie sind.
Wenn wir uns schon sehr ausgeliefert haben, können wir nur Interpretationen noch seines Verhaltens akzeptieren, die uns nicht zur Aufgabe zwingen. Eigentlich müsste „Er hat Angst vor seinen Gefühlen“ genug Grund sein, die Affäre sofort zu beenden.


Damit das nicht passiert, werden andere Möglichkeiten in Erwägung gezogen: schnell kommt man zu dem Ergebnis, dass das bestimmt nur eine temporäre Störung sei, die man beseitigen könne und dass die Liebe, die er in der Affäre erfährt, ihn sicher retten könne.
Wenn er nur einsähe, dass er droht, die Frau zu verlieren, dann müsse er auch zu der Einsicht kommen, dass er etwas an seiner Bindungsangst tun muss. Mit der Vermutung, er habe Trennungs- und Verlustangst, liegt man zwar richtig; die hat er. Aber er ist sie losgeworden, per Übertragung, und zwar bei dir. Du fühlst sie ständig, aber nicht er. Damit kann man ihn nicht kriegen, weil er genau diese
Ängste durch dich los wird.


Er hat dich emotionalisiert, er hat dich damit in den Überlebensmodus gebracht und nun kann er alles loswerden, was er nicht brauchen kann. Das fällt schon unter emotionale Misshandlung, ist eine Form von subtiler Manipulation und ist damit ein Symptom einer toxischen Beziehung! Die Übertragungen machen aus der Affäre eine toxische Affäre. Denn man ist nicht mehr frei zu wählen, ob man sie aufrechterhalten oder beenden will. Man ist gezwungen dranzubleiben, obwohl man zunehmend deutlich spürt, dass einem diese Verbindung nicht gut tut. Das passiert ganz schnell, wenn einer auf den anderen überträgt, weil er sich selbst nicht fühlen will.

Für Reifungsdruck, also für einen Zustand, indem der Impuls zur Veränderung überhaupt erst entstehen kann, müsste der Mann sich selbst erstmal fühlen. Und dafür müsste sein Schmerz in seinem Space bleiben!
Er sorgt genau dafür, dass das nicht passiert. Deswegen ist die Geschichte von der Bindungsangst keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Aber erstens: ist sie nicht temporär – das sind absolute Ausnahmefälle, in denen ein Mann da wirklich was dran machen will.

Aber solange er Frauen findet, die das irgendwie für ihn tragen, wird er nicht mal in die Nähe davon kommen, dass er das ändern will.
Und zweitens würde das, wenn er wirklich daran etwas ändern wollen würde, viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern.
Übrigens: auch, wenn er sich fest bindet, ist er nicht anders. Er wird seiner Partnerin auch dann jede emotionale Sicherheit und Verlässlichkeit verweigern. In einer festen Beziehung ist er genauso, wie du ihn kennengelernt hast. Wie soll es denn anders sein? Das sind keine herzlichen, fürsorglichen Männer.

Wenn du in einer solchen Beziehung feststeckst und Hilfe brauchst, aus dem Überlebensmodus wieder in einen guten Kontakt zu dir zurückzufinden, kann ich dir in einer Beratung weiterhelfen. Bei mir gibt es keine erbarmungslosen Methoden, wie no contact. Es gibt milde aber sehr effektive Möglichkeiten, wieder bei sich selbst anzukommen, so dass man den Mann zunehmend weniger braucht. Du kannst das Kontaktformular oder eine der anderen Möglichkeiten nutzen, wenn du dich mit mir in Verbindung setzen möchtest.

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Tanja Grundmann Liebst du einen gebundenen Mann? Lebst du schon lange im Wechsel von Schmerz und Glück? Bist du in einer Dreiecksbeziehung und vermutest, dass diese auch noch toxisch ist? Hast du das Gefühl, diese Beziehung nicht mehr zu schaffen, eine Trennung aber auch nicht? Bist du in der bekannten Bredouille, die heißt: ich kann nicht mit ihm und ich kann nicht ohne ihn? Willst du verstehen, wie und warum dir das passiert ist? Brauchst du jemanden, der das Dilemma versteht und dich nicht dafür verurteilt? Und vor allem: brauchst du endlich die Lösung und den Weg zurück in deine Kraft und dein Wohlbefinden? Mit mehr als 39.000 Beratungsgesprächen und 28 Jahren Beratungserfahrung, meinem umfassenden Hintergrundwissen, sowie meinem hohen Empathievermögen, kann ich deine Lage genau erfassen und mit dir ganz individuelle Lösungsansätze abstimmen. Wenn du jemanden brauchst, der genau versteht, wovon du sprichst, melde dich gerne! Du kannst das Kontaktformular dafür nutzen, oder mir eine WhatsApp/SMS auf meine Mobilnummer: +49 151 2757 1004 schicken. Da ich ausschließlich am Telefon berate, ist es egal, wo du wohnst. Die weiteren Beratungsmodalitäten- und Themen findest du unter Beratung&Infos.

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Seit 28 Jahren berate ich Menschen in allen Beziehungsfragen. Ich helfe in großen und kleinen Lebenskrisen und habe manchen durch die dunkle Nacht der Seele begleitet.
Einen Themenschwerpunkt in meinen Beratungen stellen die toxischen Beziehungen dar: mit einer von mir entwickelten Vorgehensweise habe ich vielen Menschen helfen können, in ihre eigene Kraft zurückzufinden und eine toxische Beziehung verlassen zu können.

Wenn du einen Beratungstermin vereinbaren möchtest, erreichst mich über das Kontaktformular oder unter:

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