5 Märchen, die wir uns selbst immer wieder erzählen

Wir sind zu uns selbst so ehrlich wie wir sein können. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir wirklich ehrlich zu uns sind. Denn die meisten von uns bewegen sich in einem Denksystem, das sie für die Wahrheit halten; mit anderen Worten: sie glauben jeden Gedanken.

Das Problem dabei ist, dass man sich damit genau das manifestiert, was man in Wirklichkeit denkt. Und das ist oft das genaue Gegenteil von dem, was man eigentlich will. Oder meint zu wollen.

Da wir gewohnheitsmäßig eher sorgenvoll und sogenannt negativ denken und vor allem fühlen – jeder Gedanke erzeugt ein Gefühl – produzieren wir ständig Dinge und Entwicklungen, die wir nicht haben wollten und denken dann, es läge an einer äußeren Realität, der man hilflos ausgeliefert ist. Dabei liegen die Gründe darin, dass man sich das meiste herbei gedacht hat, ohne es zu merken.

Im Folgenden nenne ich mal ein paar Lügen, die man sich selbst erzählt, ohne zu merken, dass es eine Lüge ist.

Das kann ich nicht

Wer sich das als Mantra ausgesucht hat, wird sich wundern, wie wirksam das ist. Und dann verwechselt man auch noch Ursache und Wirkung.

„Das kann ich nicht“ entspringt einem menschlichen Denksystem aber bestimmt nicht dem Wissen darüber, was das Leben alles kann und was möglich ist. Wir selbst stellen die Weichen und bestimmen, wo es lang geht. Wenn man immer weiter denkt, dass man „es“ (wasauchimmer) nicht kann, ist das sowas wie ein Auftrag, den man dem Leben erteilt. Und den wird es erfüllen, und am Ende bekommt man die Bestätigung: hab ich doch gesagt, ich kann das nicht. Stimmt.

Geht man jedoch davon aus, dass „man kann“, dann wird das Leben einen befähigen zu können. So oder so, denn mit dem Wunsch und dem Vorhaben ist eine Art Auftrag erteilt worden, dem das Leben genauso nachkommt, wie der Feststellung „Das kann ich nicht“. Das „wie“ ist gar nicht unsere Baustelle, sondern nur das „ob“. Wie das gehen soll, wie ich an die Fähigkeiten komme, die von Nöten sind, das ist das, worum sich das Leben kümmert.

Man kann wahlweise das eine oder das andere zu seiner Wirklichkeit machen.

Ich höre noch, wie der amerikanische spirituelle Lehrer Vernon Howard sich ernsthaft echauffiert und sagt: Don’t you ever – ever – ever – ever say: I can’t. – Sage nie – nie – nie – nie: Ich kann nicht.

Heute weiss ich, warum er sich so aufgeregt hat.

Auf meinem YouTube Kanal findest du viele weiterführende Videos zu den Themen Toxische Beziehung, Geliebte sein und Hochsensibilität.

Ich bin zu alt (oder: Man wird ja auch nicht jünger)

Du bist nie zu alt, um das zu tun, was Du tun willst. Es gibt unzählige Beispiele von Menschen, die in höherem Alter gemacht haben, was sie machen wollten. Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Wenn Du etwas willst, dann geh dafür, egal ob das schonmal einer gemacht hat oder nicht. It takes, what it takes; vielleicht müssen erst noch ein paar Voraussetzungen geschaffen und ein paar Grenzen gesprengt werden, was oft der Fall ist, wenn man weiterkommen will. Aber da wird das Leben schon bei helfen. Glaubst Du ernsthaft, dass das Leben auf Dein Alter schaut, wenn es darum geht etwas möglich zu machen, was Du Dir wünschst?

Benutze Deinen Willen und Deine Hartnäckigkeit und mach Dich auf die Socken. Auch hier ist es wie in Punkt 1: Du stellst mit Deinem Wollen die Weichen. „Ich bin zu alt“ ist daher auch ein extrem blödes Mantra, es sei denn, Du willst etwas wirklich nicht mehr. Aber dann ist es klüger sich die Wahrheit zu sagen. Dann würde es anstatt „Ich bin zu alt“ heißen „Ich will nicht“.

Bei meiner Vergangenheit kann das nichts werden; das wird man nie ganz los

Nur zu! Wenn das der Leitsatz ist, dreht man genau an der Schraube, die den Wiederholungszwang der alten Blessuren und Begrenzungen erhält. Ich selbst kenne den Gedanken ganz genau und habe mich damit lange Zeit klein gehalten, ohne das zu merken. Natürlich bestätigt sich dann auch ständig, woraus man dann gerne schließt: „Siehste, hab ich doch gesagt“.

Dabei ist es andersrum; man bewahrt mit dieser Annahme seine eigene Vergangenheit.

Aber wenn Du davon ausgehst, dass Du nicht für den Rest Deines Lebens Gefangener Deiner Verletzungen bleiben willst, und dass es einen Weg geben muss – auch, wenn Du ihn noch nicht kennst – dann wird das Leben genau das möglich machen.

Noch bevor ich das „wie“ kenne (also, wie das denn genau gehen soll), muss ich über das „ob“ entscheiden (ob ich aus der alten Bredouille rauswill). Viele Menschen fragen „Wie soll das denn gehen?“, dann merken sie, dass sie das nicht wissen – was an dieser Stelle immer so ist – und schlussfolgern dann, dass es nicht geht. Und bleiben dann in ihren alten Geschichten hängen. Entscheide darüber, OB Du aus der Vergangenheit raus willst und zwar ganz. Das „Wie“ macht das Leben dann.

Wenn ich doch nur ….. (kannst Du ausfüllen, mit was Du möchtest), dann wäre ich glücklich

Das habe ich auch lange gedacht und immer, immer wieder gedacht. Erreichte ich das, was ich wollte, dauerte das „Glück“ kurz an, und dann kam die Unzufriedenheit oder Leere und damit der nächste Wunsch.

Dass Glück ein geistiger Zustand ist, hatte ich schon gehört. Ich wusste irgendwie auch, dass das stimmen muss, konnte das aber überhaupt nicht mit mir, meinem Leben oder mit irgendwas in Verbindung bringen. Ich dachte: da kümmere ich mich drum, wenn ich dieses oder jenes erreicht habe und Zeit dafür habe.

Wenn man sich mal daran erinnert, wann einem Dinge leicht von der Hand gingen, alles klappte und man froh war….was waren das für Tage? Das waren Tage, an denen man glücklich, oder friedvoll war. Und zwar nicht vom Erreichen und Gewinnen, sondern vorher. Und das auch noch ohne erkennbaren Grund.

Man ist glücklich, wenn man glücklich ist. Nicht weil.

Das „Glück“, das man spürt, wenn man etwas im Aussen erreicht hat, ist zerbrechlich, weil es von etwas abhängt, und es ist immer nur von kurzer Dauer.

Den Frieden, den man spürt, wenn man einfach froh ist, ist eigentlich immer da. Er sitzt unter unseren Konditionierungen, unter unserer Angst und unserem Selbstbetrug. Deshalb spürt man ihn so selten. Ein Mensch, der psychisch-emotional-spirituell geheilt ist, erlebt ihn als Grundzustand. Stabil und unabhängig von äusseren Gegebenheiten.

Dafür muss der Blick nach innen gehen; nur dort wird man das finden, was man so verzweifelt im Aussen gesucht hat.

Und hinzu kommt noch: Manifestieren; Erschaffen, das Leben gestalten, wie man es sich gewünscht hat, geht nur in einem Zustand des inneren Friedens. Ich beende diesen Punkt mit dem Zitat: Find Peace within yourself and everything will fall into it’s place. – Finde den Frieden in Dir und alles kommt von selbst.

Eine Krise zu erleben, ist schlecht

Eines der schlimmsten Märchen. Und dass man an Krisen wächst, ist keine Floskel. Aber selbst das wird missverstanden und klingt für viele Menschen „negativ“. Die Wahrheit ist: Du kannst Dich selbst nicht heilen. Aber das Leben kann. Und das tut es in einer Art und Weise, die man selbst oft erst hinterher versteht.

Wenn man wachsen will; über die alten Grenzen drüber will; wenn man weiterkommen und die Schwingen ausbreiten will, dann wird das Leben einem erstmal zeigen, welche Widerstände wir in uns haben.

Wenn ich Frieden will, dann wird das Leben mir meinen Wahnsinn zeigen. Wenn ich Vertrauen will, wird das Leben mir meine Angst zeigen. Wenn ich eine richtige, gute, tragfähige Beziehung leben will, dann kann es sein, dass das Leben mir erstmal meine Beziehungsunfähigkeit zeigt. Warum? Weil diese Widerstände sich nur abbauen können, wenn ich sie sehe.

Anders: es kann sich nur ändern, was ich sehe. Deshalb zeigt sich, wenn ich wachsen will, was unter der Oberfläche saß und die Erfüllung meiner Wünsche verhindert hat. Das ist das, was wir als Krise erleben: es läuft nicht, so, wie ich es wollte. Es hakt, tut weh, stagniert, kratzt, will nicht. Es geht was weg, man erlebt Verluste; man scheint nichts erreichen zu können. Aber nur so kann ich mich selbst besser kennenlernen, wie denn sonst, als mit Gegenwind?

Lass Dich davon nicht entmutigen; geh weiter und schau nach innen. Es gibt Phasen, da ist Manifestieren, Erschaffen und Gewinnen nicht dran, sondern Sich-Ergeben, Bei-sich-sein, Akzeptieren und Loslassen. Das sind oft die Phasen im Leben, durch die erst das möglich wurde, was man sich so sehr gewünscht hat. Das Leben macht keine Fehler!

Fotos:

derProjektor / photocase.de

Beitragsbild:

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Tanja Grundmann

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